Eine Reise in die Vergangenheit
Möchte man die Existenz von Menschen in dieser Gegend zurückverfolgen, so wird man unweigerlich sehr weit zurück in die Vergangenheit gelangen. In der Antike wure die Stadt Keletron benutzt, um den Ort des modernen Kastoria zu besetzen. In der byzantinischen Zeit befestigte der Eroberer Justin die Stadt, indem er Stadtmauern errichten ließ. Während der Zeit des Mazedonischen Krieges war Kastoria eines der bedeutendsten Zentren des Helenismus und Ausgangspunkt für die Befreiung Mazedoniens vom türkischen Joch. Im November 1912 befreite sich die Stadt von den Türken. Die letzten Besetzer wurden Ende 1944 verjagt.
Kommt man auf die Halbinsel fallen einem nach und nach die Herrenhäuser der Stadt in den Stadtteilen Doltso und Apozari ins Auge. Man wird durch ihre Architektur und ihre harmonische Anpassung an die natürliche Umgebung beeindruckt.
Während eines Spaziergangs durch die malerischen kleinen Straßen kann man eine Vielzahl byzantinischer und mittelalterlicher Kirchen bewundern. Sie stechen alle wegen ihrer zylindrischen Kuppeln und ihren exzellenten Wandgemälden hervor.
Der bezaubernde See
Wenn man die Stadt verlässt, kann man der schmalen Straße folgen, die die Stadt umrundet. Hier folgen die Farben dem jahreszeitlichen Wechsel. Der bunte Frühling wird vom saftig grünen Sommer abgelöst. Der orangene Sommer ist das Vorspiel für den grauen Winter. Die Zweige der Platanen, Weiden und Pappeln, die über das Wasser hängen, kreieren eine Märchenszene, in welcher Elfen und Feen die Hauptrolle spielen.
So viel zu dem Ort, wo die Boote von Kastoria vor unserem Auge erscheinen. Diese Boote, „Plaves“ genannt, drücken das Bedürfnis der Einwohner zu reisen aus. Der See ist das Wahrzeichen der Stadt. Seine 2,8 ha große Fläche, die oft im Winter zugefroren ist, gibt der Landschaft ein alpines Aussehen. Der Orestiada-See verzaubert jeden Besucher.
Leben und Traditionen
Kastoria hat viele alte eizigartige Folkloretraditionen aufrechterhalten, die um das ganze Jahr herum regelmäßig aufgelebt werden. Das Fest „Ragoutsaria“, welches jedes Jahr vom 6. bis 7. Januar (die Tage von Epiphany und Johannes dem Täufer) stattfindet, ist ein einzigartiges Karnevalfest, was aus der Zeit der Verehrung des antiken Gottes Dionysos stammt. „Rogatores“ bedeutet im Lateinischen Bettler. Während der Zwei-Tages-Feier „bettelten“ gewöhnlich die Verkleideten nach Geschenken. In der heutigen Zeit kommen Alt und Jung zusammen, um in der ganzen Stadt ein berauschendes Fest zu feiern.
Riesige Lagerfeuer, die „Boubounes”, werden am Abend des letzten Karnevalsonntags auf den großen Plätzen der Stadt entzündet, es gibt Überraschungen und eine Menge an Tanz und Gesang. Die traditionellen Feste Rodani zu Ostern, Klydonas im Juni und Veggera im Dezember vervollständigen das Bild der traditionellen Feste dieser majestätischen Stadt.
In den Schaufenstern der meisten Läden der Stadt werden Pelze angeboten. Vier Jahrhunderte arbeiteten die Einwohner von Kastoria im Pelzhandwerk. Dieses traditionelle Handwerk machte Kastoria weltweit bekannt.
Nachdem wir einen heißen Kaffee am See getrunken haben, verließen wir Kastoria und fühlten uns, als ob wir eine süße Melodie hinter uns gelassen hätten, ein See-Juwel, ein Fenster mit Aussicht. Kastoria ist eben dazu da, auch seinen nächsten Besucher mit seiner bezaubernden Schönheit zu beeindrucken.
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